Tourismus 4.0 – Digitalisierung einer Branche

Die Veränderungen der digitalen Welt machen auch vor dem Tourismus nicht Halt und beeinflussen wesentlich die Vermarktungsfähigkeit vor allem traditioneller heimischer Familienunternehmen im Tourismus.

In keiner Thematik scheinen die Erfahrungen von gestern so schnell auf den Kopf gestellt wie in der Welt des Internets und im Bereich ‚social media‘. Heutzutage werden mehr als die Hälfte aller Buchungen in Europa via Internet durchgeführt und wer sich nicht vorstellen konnte, dass Smartphones jemals für Internetrecherche oder Buchung verwendet werden sollten, wurde eines Besseren belehrt: 2015 wurden erstmals mehr mobile Zugriffe aus dem Internet verzeichnet als stationäre und fast jede fünfte Buchung wird bereits vollständig online getätigt und abgewickelt.

Die große Mehrheit der Tourismusunternehmen (84%) ist sich der Bedeutung der Digitalisierung ihrer Branche mehr als bewusst, aber nicht einmal die Hälfte davon würde sein Unternehmen als digital fortgeschritten einstufen (45%). Da tun sich mehr oder weniger große Baustellen auf: digitale Strategie, digitaler Wissensstand, Qualität der Kundendatenbank, Attraktivität und Zeitgemäßheit der Homepage, direkte Online-Buchbarkeit der eigenen Angebote. Das Preisdiktat der OTAs, die schon ein Viertel des Buchungskuchens erobert haben, der zum überwiegenden Teil unter den drei Big Playern priceline group (booking.com), expedia.at und hrs.de verteilt wird, erzeugt da zusätzlich unangenehmen Druck.

Veränderungen sind aber auch immer verbunden mit neuen Chancen und so bringen die digitalen Herausforderungen neue Chancen zur Vermarktungsprofilierung hervor. Die von Wirtschaftsministerium und Österreichischer Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) initiierte neue Förderaktion „Leuchtturmförderung – Digitalisierung im Tourismus“ ist so eine Chance und setzt genau hier an. Gesucht werden bis 1. März 2017 die besten Innovationsideen des Landes, die zum Thema „Digitalisierung“ passen: die mobile Buchungs-App, das neue 360° Video in augmented reality Technologie, das neue e-learning Programm für Mitarbeiter, die soziale Plattform für Hotelpersonal – das Umsetzungsfeld ist breit gefächert. Im Focus der Aktion stehen vor allem Kooperationen von Tourismusunternehmen, die gemeinsam innovative Digitalisierungsmaßnahmen planen und auf einzelbetrieblicher Ebene gemeinsam umsetzen wollen. HIER finden Sie nähere Informationen dazu.

Bei all den digitalen Herausforderungen und mancherorts auch Defiziten – eines jedoch kann uns aufatmen lassen: Die Dienstleistung kann nicht digitalisiert werden. Das eigentliche Produkt wird von traditioneller und neuer Professionalität bestimmt und Herzlichkeit, Gastfreundschaft und erfolgreiches „Story-Telling“ entscheiden darüber ob der Gast sich wohl gefühlt hat und wiederkommt.

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