Tirol: Ein Zugpferd des österreichischen Tourismus

Neben immer neuen Nächtigungs- und Tourismusrekorden aus Tirol ist das Bundesland vor allem eins: Authentische Heimat für Tiroler und Gäste, Einheimische auf Zeit, die vor allem echte Gastfreundschaft und alpines Naturerlebnis schätzen.

Im Sellraintal bei Innsbruck (c) TVB Innsbruck, Mario Webhofer

 

Der Tourismus in Tirol blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Dank dieser ausge­prägten Historie und seiner wirtschaftlichen Bedeutung zählt er heute zu den wichtigsten Branchen des Landes.

Rund zwölf Millionen Gäste kommen jedes Jahr nach Tirol und sorgen für über 47 Millionen Nächtigungen. Das ist mehr als Städte wie Wien, Berlin oder sogar Paris erzielen. Diese Zahlen spiegeln sich auch in der wirtschaftlichen Bedeutung wider: Jeder dritte Euro wird in Tirol direkt oder indirekt in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft verdient. Nahezu jeder vierte Vollzeitarbeitsplatz in Tirol wird von der Tourismus- und Freizeitwirtschaft geschaffen.

Alles nimmt seinen Anfang…

Die Entwicklung des Tourismus in Tirol begann um das Jahr 1800. Bildungsreisende entdeckten das Land und besuchten es, um mehr über dessen Natur, die Sitten und Gebräuche der Bewohner zu erfahren. Vor allem Engländer wollten die Landsleute des Freiheitskämpfers Andreas Hofer kennenlernen. Mitte des 19. Jahrhunderts zieht die aufkeimende Sommerfrische immer mehr Bürger während der heißen Sommermonate aus der Stadt zur Abkühlung in die Tiroler Bergwelt. Der Alpinismus ist seit jeher touristische Attraktion. Mit Beginn der Erschließung der Berge und nach Eröffnung der Brennerbahn und anderer wichtigster Eisenbahnlinien wird einerseits der Zugang zu Tirols Naturwelt als auch die Anreise generell wesentlich erleichtert, was die touristische Entwicklung zu Beginn des letzten Jahrhunderts massiv vorantreibt. Auch die Wintersaison wird zu dieser Zeit für den Tourismus „entdeckt“, die mittlerweile mehr als 55% der Jahresnächtigungen in Tirol generiert.

Wanderer in den Stubaier Alpen, Lüsens (c) Tirol Werbung, Hans Herbig

 

Die direkte touristische Bruttowertschöpfung Tirols beträgt rund EUR 4,5 Mrd. Das sind 17,5% Anteil an der gesamten Tiroler Bruttowertschöpfung. Im Vergleich: Für Österreich liegt der direkte Anteil am BIP bei 5,6%. Die wirtschaftliche Bedeutung der Leitbranche Tourismus für das Bundesland ist damit mehr als evident.

„Tirol ist der Inbegriff alpinen Lebensgefühls“

Bei diesen Zahlendimensionen ist es natürlich mehr als notwendig, strukturiert und koordiniert an der Weiterentwicklung des Wirtschaftssektors zu arbeiten. Die Tourismusverantwortlichen des Bundeslandes beschreiten hier seit vielen Jahrzehnten einen gemeinsamen Weg im Gleichtakt. Das Strategiepapier „Der Tiroler Weg“ bildet die Leitlinie zur touristischen Weiterentwicklung des Landes. 2015 wurde die derzeit gültige Version „Der Tiroler Weg 2021“ präsentiert und dieser wird seitdem anhand einer gemeinsamen Vision verfolgt: „Tirol ist der Inbegriff alpinen Lebensgefühls“. Diesem übergeordneten Ziel liegen die drei strategischen Leitlinien zugrunde:

  • Tirol ist Lebens- und Erholungsraum zugleich: Das Land ist zum einen Heimat für rund 700.000 Tirolerinnen und Tiroler, gleichzeitig auch Gastgeber für rund zwölf Millionen Gäste pro Jahr. Daher finden Urlauber keine künstliche Urlaubskulisse, sondern eine reale, vom spezifischen alpinen Alltag geprägte Lebenswelt. Diese Überschneidung von Lebens- und Erholungsräumen funktioniert nur, wenn touristische Landschaftsnutzung, Ortsbildentwicklung und Verkehrskonzepte aufeinander abgestimmt werden.
  • Der Tiroler Tourismus ist familiengeprägt: Familienbetriebe bilden einen wesentlichen Erfolgsfaktor im Tiroler Tourismus und sorgen für eine besondere Gastgeberqualität. In zahlreichen Betrieben ist nunmehr bereits die dritte Unternehmergeneration am Ruder. Viele stehen knapp vor der Übergabe – eine Herausforderung deren Bewältigung einen zentralen Stellenwert für die positive Entwicklung des Tiroler Tourismus hat.
  • Tirol ist anerkannter Kompetenzführer im alpinen Tourismus: Seit über 100 Jahren lebt Tirol von und mit dem Tourismus. In dieser Zeit konnten die Touristiker einen umfangreichen Erfahrungsschatz aufbauen, der heute vor allem im Wintertourismus einzigartig ist. Diese Kompetenzführerschaft strebt Tirol auch in der touristischen Aus- und Weiterbildung an – vom Lehrberuf bis zum Hochschulstudium.

Mit den Handlungsfeldern „Unternehmer & Mitarbeiter“, „Destinationsmanagement“, „Umwelt & Klima“ sowie „Tourismus & Standort“ werden die drei großen Linien operatio­nalisiert. Diesen Handlungsfeldern liegen wiederum Aktionsprogramme zugrunde, um den Tiroler Weg 2021 schrittweise in konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Investitions-“Sieger“ der Tourismusbank

In der „Investitionsbilanz“ (gefördertes Gesamtinvestitionsvolumen) der ÖHT liegt das Bundesland Tirol ebenso – wie schon seit Jahren – ganz vorne. Dort ruht man sich aber nicht auf gewonnenen Lorbeeren aus, sondern legt weiter zu. 2016 fanden „nur“ 23,6% aller Tourismusinvestitionen dort statt – 2017 stieg der relative Anteil auf gewaltige 39 Prozent. ÖHT-Generaldirektor Wolfgang Kleemann dazu: “Hohe Investitionsneigung führt zu hoher Betriebsleistung – kein Wunder, dass wir in Tirol auch die wirtschaftlich stabilsten Tourismusbetriebe haben“.

Die investive Basis ist damit geschaffen, um „den Tiroler Weg“ weiterhin so erfolgreich zu beschreiten.

Wanderer im Nationalpark Hohe Tauern (c) Österreich Werbung, Nina Baumgartner

 

Quellen: Tirol Werbung, Statistik Österreich, ÖHT Tätigkeitsbericht

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