Rekord-Geschäftslage im österreichischen Mittelstand: Investitionen und Beschäftigung auf 10-Jahres-Hoch

Die Ergebnisse sind eindeutig: Gemäß dem kürzlich veröffentlichten Ernst & Young (EY) Mittelstandsbarometer 2018 laufen die Geschäfte im österreichischen Mittelstand so gut wie seit Jahren nicht. 68 Prozent der Unternehmer sind derzeit uneingeschränkt zufrieden mit der Geschäftslage – das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2008, als die Studie erstmals durchgeführt wurde. Appell an die Bundesregierung für gezielte Förderaktionen.

 

Unternehmen der „Dienstleistungsbranche“, die in der Befragung die Tourismus- und Freizeitwirtschaft enthält, sind mit 71 Prozent sogar am zufriedensten mit der derzeitigen Geschäftslage. Und diese äußerst positive Grundstimmung hält an, denn auch der Ausblick ist so optimistisch wie seit Jahren nicht mehr: 39 Prozent der Dienstleistungsunternehmen erwarten zudem, dass sich die eigene Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten sogar noch verbessert. Im Durchschnitt peilen die Unternehmen für 2018 ein Umsatzwachstum von 2,0 Prozent an – ebenfalls der höchste Wert seit dem Start der Befragungen. Vor einem Jahr rechneten die Unternehmen noch mit einem Wachstum von 1,5 Prozent. Im tourismusintensiven Westen des Landes (allen voran Vorarlberg und Tirol) wird die aktuelle Geschäftslage derzeit besonders gut eingeschätzt.

EY Infografik des kürzlich veröffentlichten Mittelstandsbarometers 2018 (c) EY

 

Bemerkenswert hoch ist auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen: 30 Prozent wollen ihre Investitionen in neue Anlagen, Infrastruktur oder Gebäude erhöhen, nur sechs Prozent wollen sie herunterfahren – nach einem Rekord-Investitionsjahr 2017 in der Tourismusbranche verspricht diese Grundstimmung erneut ein investitionsreiches Jahr 2018. Im regionalen Vergleich werden vor allem Tiroler und Kärntner Unternehmen wieder kräftig investieren. Mit der gezielten Förderaktion der Investitionszuwachsprämie (IZP) konnten seitens der ÖHT 2017 deutlich höhere Fördermittel in den Tourismus gepumpt werden. „Aufgrund des Erfolges dieser Aktion hoffen wir sehr, dass auch die neue Bundesregierung klare Investitionsimpulse setzen wird“, appelliert Generaldirektor Wolfgang Kleemann. „Ein paar Millionen mehr für die Tourismusförderung müssen schon gesetzt werden“, ergänzt er.

Mit insgesamt 1.328 positiv erledigten Förderungsprojekten wurden erstmals über eine Milliarde Euro an Gesamtinvestitionen der Tourismusbranche unterstützt. (c) ÖHT

 

Nicht nur die für den Tourismus so wichtige Investitionsdynamik, sondern auch das Beschäftigungswachstum steigt auf ein Zehn-Jahres-Hoch: Mehr als jedes dritte Unternehmen (35%) plant, die Zahl der Mitarbeiter zu erhöhen. Viele Unternehmen müssen neue Stellen schaffen, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können.

Die größten Risiken und Gefahren

Bereits heute ist der Fachkräftemangel nach Angaben der Unternehmen das größte Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung: 59 Prozent der österreichischen Unternehmen – darunter auch jene der Tourismus- und Freizeitwirtschaft – bezeichnen den Fachkräftemangel als große Gefahr – das sind 11 Prozent (!) mehr als im vergangenen Jahr. Neu hinzugekommen und gleich auf Platz zwei auf der Liste der größten Risiken ist der zunehmende Wettbewerb: Mehr als der Hälfte (55%) der Unternehmen in Österreich bereitet neue Konkurrenz aus anderen Branchen oder durch Digital Champions momentan Kopfzerbrechen.

Die Risiken spiegeln sich auch in den Wünschen der Unternehmen an die neue Bundesregierung wider: Nach Bürokratieabbau und Senkung der Steuerquote fordern 61 Prozent der heimischen Unternehmen eine Reform des Bildungssystems. „Die Digitalisierung führt zu weitreichenden Umwälzungen in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Um den technologischen Wandel voranzutreiben, braucht es vor allem zwei Dinge: Erstens den Ausbau der digitalen Infrastruktur, den knapp 42 Prozent fordern und zweitens einen verstärkten Focus auf die Ausbildung von Fachkräften“, resümiert EY die Ergebnisse der Studie. Schon an den Schulen solle ein positives Klima für Fachberufe sowie unternehmerisches Denken gefördert werden.

Gezielte Förderaktionen, wie die 2017 erstmals durchgeführte Innovationsförderung „Digitalisierung im Tourismus“, können die Gefahren des zunehmenden (digitalen) Wettbewerbs einschränken. Eine gestiegene Awareness für Digitalisierung in der Branche wurde zuletzt durch die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) nach Update der gemeinsamen mit Roland Berger erstellten Benchmarkstudie „Hotellerie 4.0“ festgestellt. „Die Nachfrage nach gezielter Digitalisierungsförderung, wie jener des Innovationscalls 2017, ist deutlich spürbar. Eine Fortsetzung der Aktion im Jahr 2018 wäre wünschenswert“, so Kleemann, „genauso wie die Weiterführung der Investitionszuwachsprämie“.

 

Die Ergebnisse des EY Mittelstandsbarometers 2018 können hier nachgelesen werden.

Aktuelle News über Förderaktionen werden nach Bekanntwerden auf dem Tourismusbank-Blog sowie der Homepage der Tourismusbank veröffentlicht.

Beste Aussichten für Österreichs Mittelstand (c) pixabay
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